| Es war ein regnerischer
Oktobertag als der kleine Kater geboren wurde.
Seine Mutter hatte es schwer, seine beiden Geschwister auf die
Welt zu bringen.
Sie war nervös, denn der Ort, den sie sich ausgesucht hat,
war nicht sehr sicher.
Überall fuhren große Autos rum, Männer brüllten
unverständliche Worte
und gab es noch zwei große Kater.
Einer von ihnen war ihr Lebensgefährte für eine kurze
Zeit und der Vater ihrer drei Babys,
aber er wollte sich nicht um sie kümmern und ihr war es mehr
als recht.
Ihre beiden weiblichen Babys waren graugetigert,
so wie sie selbst. Nur der kleine Kater war pechschwarz, mit einem
kleinen weißen Fleck an der Brust und einem an der linken
Hinterpfote ganz vorn.
Er kam ganz nach seinem Vater, nur das er wohl nie so riesig werden
würde.
Seine Pfoten waren sehr klein und er würde wohl ein „zierlicher“
Kater werden.
Sie machte sich Sorgen, ob er für die wilde Umgebung hier
geeignet wäre.
„Wir werden sehen“ dachte sie und schaute liebevoll
auf ihre Kleinen, die eng aneinandergekuschelt in der sicheren
Höhle lagen.
Die Drei entwickelten sich für die
Umstände, in denen sie aufwuchsen, ziemlich gut.
Ihr Revier war eine Bio Müllkippe etwas außerhalb vom
nächsten Ort.
Es gab dort reichlich Mäuse, Ratten aber auch leckeres was
die Menschen so wegwarfen.
Nicht alles war geeignet für ein Katzenmagen, aber ihre Mutter
brachte den Dreien schnell bei, was essbar war und was nicht.
Sie tobten, lernten und liebten das Leben. Auch wie man den großen
Katern aus dem Weg ging, lernten sie von ihrer Mutter.
Allerdings waren dort auch Menschen, die
den Müll abluden und mit riesengroßen Baggern alles
immer wieder auf einen großen Haufen zusammenschoben.
Das war sehr gefährlich, denn schnell konnte man unter die
Räder kommen und verletzt werden.
Es gab auch nette Menschen, die manchmal etwas Futter oder Milch
hinstellten.
Das war eine nette Abwechslung im Leben der drei kleinen Miezen.
Der schwarze Kater war besondern neugierig, er schlich sich immer
näher zu den Menschen ran, um sie zu beobachten. Er war mittlerweile
schon 5 Wochen und zu allen Schandtaten bereit.
Er war immer neugierig und musste alles untersuchen. Also waren
die Menschen für ihn besonders interessant. Jeden Tag schlich
er sich näher an die kleinen Hütten der Menschen heran.
Diese beobachten ihn und belohnten seinen Mut mit allerlei Leckerem.
Mal ein Brötchen, ein kleines Stück Schinken oder Salami
oder ein Brot mit Leberwurst. Oh Mann, das war lecker und der
kleine Kerl konnte natürlich widerstehen.
Trotz der Mahnungen seiner Mutter ging
der Kater immer wieder in die Nähe der Menschen. Sie gaben
ihm so leckere Sachen und er fasste allmählich Vertrauen
und ließ sich auch schon mal streicheln.
Dort gab es einen besonderen Menschen, der ihn sich richtig anschaute
und feststellte, das sein kleiner Freund nicht sehr gesund war.
Der schwarze hatte Flöhe, Milben, schwarze Ohren, Augenentzündung
und Würmer bestimmt auch.
Also fasste dieser Mensch den Entschluss ihn zum Tierarzt zu bringen,
damit er versorgt werden kann. Er lockte ihn mit seiner Leibspeise
dem Leberwurstbrot etwas näher an ihn ran, er packte zu und
steckte ihn in einem Plastikkorb.
Er hatte furchtbare Angst und machte sich
ganz klein, obwohl er schon 8 Wochen war, war er furchtbar dünn.
Er hatte auch Durchfall und seine Nase lief ununterbrochen.
Der Tierarzt versorgte ihn erst mal mit dem notwendigsten.
Er bekam Flohmittel direkt ins Fell gesprüht, eine Tablette
gegen die Würmer, die in seinen Darm wüteten. Auch in
die Ohren wurde was reingemacht und es gab was richtig leckeres
zu fressen.
Das war für den kleinen schwarzen
Kater das allerbeste und er hatte nicht mehr so große Angst.
Die Hände von den Menschen streichelten ihn, er hatte es
warm und trocken.
Nach ein paar Tagen kamen fremde Menschen
in die Tierarztpraxis, die sich den kleinen schwarzen Strubbelkater
ansehen wollten.
Sie suchten noch ein Katerchen der bei Ihnen leben sollte. Als
unser kleiner Kater auf den großen Untersuchungstisch stand,
ganz allein und soo klein, hielt die Frau ihm die Hand hin und
er stupste sie mit der Pfote an. Dann legte er sich in die Handfläche
und er hatte das Herz der Frau im Sturm erobert.
Nach einer weiteren Woche holten die Menschen
den kleinen schwarzen Kater aus der Tierarztpraxis ab und holten
ihn nach Hause.
Dort lebte er mit den Namen „Krümel“ und war
der Chef der Katzenbande, denn im Laufe der Zeit zogen noch einige
Samtpfoten mit ein.
Im Jahre 2003 bekam er leider Epileptische Anfälle, aber
er war immer ein wunderbarer, ausgeglichener, aber auch sehr verfressender
Kater.
Er liebte Leberwurst, Salami und alles andere essbare sehr. Er
konnte wunderbar betteln, so das man nicht standhaft bleiben konnte.
Er liebte seine Rundgänge im Garten und liebte seinen Menschen.
Er starb zwei Tage vor seinem 5 Geburtstag
an Leukose. Wir werden ihn nie vergessen!
© 2005 S.Rehling
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